Energetisches Nachbarschaftsquartier rückt in greifbare Nähe

Deutsche WindGuard Teil des Konsortiums / Stadt und OFFIS hoffen auf Millionen-Förderung des Bundes für Fliegerhorst-Projekt

Oldenburg 12. Juli 2017: Auf dem Fliegerhorst könnte schon bald die Zukunft beginnen: Die Stadt Oldenburg und das Informatik-Institut OFFIS sind aufgefordert einen Vollantrag in der Förderbekanntmachung „Solares Bauen/Energieeffiziente Stadt“ einzureichen. Sollte das gemeinsame Leuchtturm-Projekt im Rahmen des 6. Energieforschungsprogramms der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie
(BMWi) sowie Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählt werden, fließen Fördermittel in Höhe von rund 18 Millionen Euro in das ambitionierte Vorhaben auf dem Fliegerhorst-Gelände. „Wir freuen uns über diese Chance und hoffen nun natürlich, auch den finalen Förderbescheid zu erhalten“, sagt Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.
Eine Projektskizze war von einem Konsortium mit insgesamt 21 Partnern aus Industrie und Forschung unter Federführung von Stadt und OFFIS eingereicht worden. Der Projektantrag ist aus dem Ende vergangenen Jahres im Auftrag der Stadt Oldenburg von OFFIS entwickelten Strategiepapier „Smart City Oldenburg – der Mensch im Zentrum“ mit konkreten Ansätzen für die Umsetzung in den Bereichen Energie, Verkehr, Verwaltung und Lebensqualität hervorgegangen.
„Die Neugestaltung des Fliegerhorstes bietet der Stadt Oldenburg die einmalige Gelegenheit, sich als Vorreiter für die Entwicklung von Smart City-Konzepten für vergleichbare Kommunen und Städte in Deutschland und Europa zu positionieren“, so Krogmann. Ein Teilbereich des Fliegerhorstes – ein 3,9 Hektar großes, vormals militärisch genutztes Areal – ist als „lebendes“ Labor für die Erprobung neuer Smart City-Technologien vorgesehen. Es soll ein klimaneutrales Quartier konzipiert und umgesetzt werden.

Wie muss eine lokale Energiegemeinschaft eines Nachbarschaftsquartiers aus sozialer und betriebswirtschaftlicher Sicht ausgestaltet sein, um eine hohe Akzeptanz bei Anwohnern, Besitzern der Erzeugungseinheiten und Dienstleistern zu erlangen und auch langfristig attraktiv sowie betriebswirtschaftlich tragbar zu sein? „Das ist eine der Kernfragen, die wir in dem Projekt beantworten möchten“, so Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff, OFFIS-Vorstand. „Das multimodale Energiesystem des Quartiers wird die Erzeugungs- und Energiewandlungsanlagen unterschiedlicher Besitzer so miteinander vernetzen, dass die lokal erzeugte Energie auch möglichst lokal verbraucht wird.“
Hierfür ist geplant, ein Infrastrukturkonzept zu erarbeiten und umzusetzen, das die physischen Infrastrukturen Strom, Wärme und alternative Antriebsformen mit Hilfe von Energiekopplern miteinander in einem Sektor übergreifenden Versorgungsnetz verbindet. Die Anwohner sollen über ein Community-Portal als Energieproduzenten und -konsumenten in die Konzeption von Anreizmodellen für die Bildung lokaler Energiegenossenschaften und der daraus abgeleiteten Geschäftsmodelle für die Dienstleister zum Aufbau und Betrieb von derartigen Quartieren einbezogen werden.
Das Konsortium schreibt nun fleißig am sogenannten Vollantrag, um das ambitionierte Projekt mit den vom Bund avisierten 18 Millionen Euro an Fördermitteln umsetzen zu können. „Wir hoffen, im Herbst 2017 den Förderbescheid zu bekommen, um Anfang 2018 mit der Projektumsetzung starten zu können“, so Oberbürgermeister Jürgen Krogmann.